Gesundheitspolitik

Letzte Veranstaltung: 03. September 2015 zum Thema "Umweltschatz Wasser - Medikamentenrückstände im Wasser" im Abgeordnetenhaus von Berlin

Im Rahmen der Fachgesprächsreihe „Umweltschatz Wasser“ meiner Kollegin, der umweltpolitischen Sprecherin Silke Gebel, habe ich am 3. September gemeinsam mit ExpertInnen und interessierten BürgerInnen im Abgeordnetenhaus zum Thema Arzneimittelspurenstoffe im Wasser diskutiert. Ein klares Fazit dieses Fachgesprächs ist, dass wir in diesem Bereich aktiv werden müssen und Maßnahmen und Strategien benötigen, um unser Trinkwasser zu schützen.

Wenn man sich die großen Herausforderungen für die Berliner Wasserversorgung anschaut, dann ist neben der Sulfatbelastung aus Brandenburg die Frage der Spurenstoffe und Medikamentenrückstände eine der zentralen Herausforderungen, vor der wir stehen.

Die Herausforderung ist auch deshalb so schwer zu meistern, weil sich die Verschreibungspraxis und damit die Zusammensetzung der Spurenstoffe stetig ändert und zusätzlich neue Wirkstoffe hinzukommen. Herr Benno Rießelmann (ehemaliger Leiter der Abteilung Toxikologie des Landesinstitutes für gerichtliche und soziale Medizin Berlin) veranschaulichte in seinem Vortrag diese Problematik anhand mehrerer Beispiele. Aus einer anderen Perspektive beleuchtete Herr Prof. Dr. Jekel in seinem Vortrag die Problematik der Spurenstoffe. Er stellte die Ergebnisse des von ihm geleiteten Forschungsprojektes „Askuris“ vor, welches sich mit der Frage befasst, welche technischen Möglichkeiten es gibt, Spurenstoffe aus dem Wasser zu entfernen. Als dritter Referent befasste sich Herr Dr. Rainer Bienfait vom Berliner Apotheker Verband mit der Frage, welche Möglichkeiten von Seiten der Apotheken bestehen, um Spurenstoffe zu vermeiden.

Deutlich wurde bei allen Vorträgen, dass es bei der Problematik der Spurenstoffe keinen goldenen Weg gibt, der das Problem der Spurenstoffe löst. Wir brauchen verschiedene Maßnahmen, um die Belastung des Wassers zu vermindern.

Einstimmigkeit herrschte bei der Frage, ob wir in Berlin eine vierte Reinigungsstufe in den Kläranlagen benötigen. Dieser technische Ansatzpunkt ist ein gangbarer Weg, um Spurenstoffe zu eliminieren bzw. zurückzuhalten. Fraglich ist noch, welche Technik zum Einsatz kommen sollte, es gibt technisch mehrere Möglichkeiten (Ozonierung, Aktivkohle), die unterschiedliche Vor- und Nachteile haben.

Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt ist der Datenaustausch zwischen den Pharmaunternehmen und den Zulassungsbehörden auf der einen Seite und den Berliner Wasserbetrieben auf der anderen Seite. Damit letztgenannte wissen, wonach sie suchen müssen und welche Stoffe relevant sind, ist es wichtig, dass ihnen Daten zur Umweltrelevanz der einzelnen Stoffe vorliegen.

 

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