Für ein starkes Profil der neuen Sekundarschulen
Die Berliner Schulreform stellt uns vor große Herausforderungen. Der Anspruch an schulische Bildung hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Für die Zukunft benötigen Kinder nicht nur lexikalisches oder Internetwissen. Die Erwachsenen von morgen müssen Probleme lösen, die wir heute noch nicht einmal als Frage formuliert haben. Probleme selbständig erkennen, einschätzen und lösen zu können, hat daher oberste Priorität. Die Begabungen und Talente der Menschen sind unterschiedlich. Begabung ist kein von Geburt an festgelegter Status, sondern in jedem Alter Quelle von Kreativität und persönlicher Entwicklung. Darum soll Schule Kinder zum eigenständigen Denken und zu verantwortungsvollem Handeln ermutigen.
Wohin mit der Sekundarschule?
Bildung ist ein Menschenrecht - kein Glückspiel
In den letzten 25 Jahren gab es in Deutschland noch nie so viel Bereitschaft, die Schule grundlegend zu verändern. Eine Strukturreform der Berliner Schulen ist von uns Grünen bereits seit Jahren vehement eingefordert worden. Dass nun konkrete Schritte auf diesem Weg gegangen werden, kann daher von uns nur gegrüßt werden. Der von Zöllner vorgeschlagene Weg allerdings birgt sowohl Chancen als auch Risiken.
Wir alle wissen: unser selektives Schulsystem ist gescheitert. Ein auf Auslese statt Förderung gerichtetes hierarchisch gegliedertes Schulsystem trifft besonders Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten und bildungsfernen Familien, vor allem wenn sie wie in Berlin einen Migrationshintergrund haben. Aktuelle Studien zeigen erneut die fehlende Chancengleichheit im Bildungssystem. Der UN-Sonderberichterstatter stellte sogar fest, dass die Ausgestaltung des deutschen Bildungssystems gegen elementare Menschenrechte verstößt. Die negativen Folgen des Auslesesystems treten am offensichtlichsten in der Hauptschule zutage. Daher müssen diese ohne Zweifel abgeschafft werden.
Pro Reli? Pro Ethik? Pro Berlin!Am 26. April 2009 sind alle Berlinerinnen und Berliner aufgerufen, über die Frage von Ethik-und Religionsunterricht an den Berliner Schulen per Volksentscheid abzustimmen. Eines ist jetzt schon sicher: Die aktuelle Debatte um die einzig gültige Wertevermittlung wird weniger religiös oder ethisch, sondern vor allem polemisch geführt. Sie integriert nicht, sie spaltet und bringt uns damit dem gemeinsamen Ziel keinen Schritt näher.
Essen in Kitas und Schulen - aber richtig!
Chicken Nuggets und Currywurst – ist das die Mittagsmahlzeit, die wir uns für unsere Kinder wünschen? Mit Sicherheit nicht. Und doch ist dies das Angebot, das selbst kleine Kinder landauf, landab auf ihre Tellern finden.
Der Alltag vieler Kinder ist durch unregelmäßige Mahlzeiten und unausgewogenes Essen gekennzeichnet. Umso wichtiger, dass die gemeinsam in der Kita oder in der Schule eingenommene Mahlzeit gesund und ausgewogen ist. Doch die Verpflegung von Kindern in Kindertagesstätten und Schulen lässt zu wünschen übrig – das kritisieren Ernährungsexperten seit Jahren. Wenig ist seitdem passiert.
----
Großer Andrang auf neue Schulform
Berliner Morgenpost, 8.7.2009

